München Tipp – Freizeit Tipps, Wellness, Sport, Theater und Museen

Suche

Direkt zum Seiteninhalt

Reisetipps Reisebericht Ostfriesische Inseln

Reisetipps > Reiseberichte



DEUTSCHLAND - Ostfriesische Inseln


Anfahrt: Das "Inselhüpfen" über die sieben ostfriesischen Inseln ist eine kleine Seefahrt in Etappen. Diese Seefahrt beginnt in dem Fischerort Carolinensiel, der beispielsweise von Bremen über Oldenburg und Wilhelmshaven zu erreichen ist.
Nach beendetem "Inselhüpfen" kann man von Emden aus bequem wieder nach Carolinensiel gelangen. Wer noch einen Aufenthalt in der Holsteinischen Schweiz anschließen möchte, kann die Autobahn Bremen - Hamburg - Lübeck benutzen und kommt von dort, von der "Königin der Hanse", aus nach einstündiger Fahrt überTravemünde und Timmendorfer Strand in Malente-Gremsmühlen an.

Stützpunkte: Beim "Inselhüpfen" läßt es sich nicht umgehen, auf jeder der sieben ostfriesischen Inseln eine oder zwei Nächte zu verbringen - was natürlich seinen besonderen Reiz hat, aber einige organisatorische Vorbereitungen erfordert. Da die Inseln alle zahlreiche Stammgäste haben, sollte man bereits einige Monate vorher an alle sieben Kurverwaltungen schreiben und sich für die betreffenden Nächte ein Hotel- oder Privatquartier in folgender Reihenfolge sichern: Wangerooge, Spiekeroog, Langeoog, Baltrum, Norderney, Juist und Borkum. Für Wanderungen und Spaziergänge in der Holsteinischen Schweiz ist der Kneipp-Badeort Malente-Gremsmühlen vorbildlich geeignet.

"Inselhüpfen" und Seenwandern (Ostfriesland und Schleswig-Holstein)

Längst sind die Zeiten vorbei, da den Deutschen ihr deutsches Vaterland "von der Etsch bis an den Belt" über alles in der Welt ging. Doch es gibt viele in Nord und Süd, die "ihren" Nordseeinseln fast so treu bleiben wie die Friesen, dieses mit beiden Füßen auf dem Heimatboden stehende Volk, das alle Deichbrüche und alle Friesenwitze überdauert. Auch das meerumschlungene Schleswig-Holstein mit seinen stillen Seen zieht so manchen Naturfreund an - vielleicht weil man hier schon einen Vorgeschmack des Nordens spürt.
Brandung, Strand und weiter Himmel - die sieben ostfriesischen Inseln.

Klangvolle Namen haben sie alle - die sieben ostfriesischen Inseln. Weite Badestrände mit feinem Sand zeichnen alle aus, und sie alle gehören zu dem gesegneten Küstenland, in dem die meisten Hundertjährigen Deutschlands leben. Selbst wenn im Binnenland Windstille herrscht, gibt es auf den Inseln eine angenehme Luftzirkulation, weil das Festland sich schneller erwärmt als das Meer. "Wunderheilungen" von Asthma, Bronchitis, Kreislaufschwäche, Schuppen, Ekzemen und Akne hilft das "maritime Aerosol" vollbringen: Die Seewinde führen kleine von Wasser umhüllte Salzpartikel mit.

Welche Insel also soll man für den Urlaub wählen? Die patenten Ostfriesen sagen: "Wer sich nicht zu helfen weiß, ist nicht wert, daß er in Verlegenheit kommt. Hier gibt es nur eine Lösung: Inselhüpfen!" Man fährt von Carolinensiel nach Wangerooge, erkundet diese Insel, übernachtet ein - oder zweimal und fährt dann mit dem erstbesten Boot oder Schiff zur Nachbarinsel Spiekeroog und so fort.
Schon in Carolinensiel kommen die Fotografen und Maler auf ihre Kosten. Heute noch in Betrieb ist eine hohe, auf einem Hügel errichtete Windmühle. Fischkutter und idyllische Dorfwinkel laden ebenfalls zum Abbilden ein. Aber wer war Caroline, und was ist ein Siel? Caroline war eine Fürstin, nach der man den Carolinengroden benannt hatte. Doch Groden - was ist das schon wieder? Groden oder Heller, Außenweiden außerhalb der Deiche, entstehen, wenn das Meer Sand oder Schlick anschwemmt und vor den Deichen Neuland entstehen lässt.

Siele schließlich sind die zweiflügeligen Tore an den Durchlassstellen der Deiche, durch die bei Ebbe das angestaute Binnenwasser abfließt und die bei auflaufendem Wasser, also bei Flut, durch den Druck des Seewassers von außen wieder geschlossen werden. Bei Carolinensiel wurde diese Aufgabe aber inzwischen durch ein mächtiges Schöpfwerk und eine Schleuse übernommen, was also weitaus mehr als ein herkömmliches Siel ist, aber Harlesiel genannt wird.

Bei unserem "Inselhüpfen" werden wir sieben Variationen von ein und derselben Landschafts-"Melodie" erleben: Am Nordrand der Inseln zieht sich die hohe Kette der Weißen Dünen entlang, auf denen Strandhafer und Strandroggen wachsen. Dahinter folgen die Grauen Dünen mit einer leichten Humusdecke, auf der neben typischen Dünenpflanzen, wie Stranddistel, Salzmiere, Meersenf, auch Festlandpflanzen, wie Nachtkerze, Mauerpfeffer, Ackerklee, gedeihen. Eine dritte Zone bildet die Dünenheide mit Heidekraut, Kriechweide, Sandsegge und mit Wollgras und Rohrkolben in den Tümpeln der Dünentäler. Der dem Festland zugewandte Südrand der Inseln besteht aus den Wattwiesen, auf denen das Vieh weidet. Allerdings werden diese Außengroden oder Heller von höheren Fluten überschwemmt, so dass hier nur "Salz liebende" Pflanzen wie Strandflieder und Andelgras gedeihen können.

Deutschland - Norddeutschland - Fischerhäfen am ostfriesischen Watt - Greetsiel an der Leybucht - Luftaufnahme - 1.Teil
Deutschland - Norddeutschland - Fischerhäfen am ostfriesischen Watt - Greetsiel an der Leybucht - Luftaufnahme 2.Teil

Mit Greetsiel an der Leybucht beginnt eine Reihe von Fischerhäfen am ostfriesischen Watt, von denen aus die ostfriesischen Inseln zu erreichen sind.

Deutschland - Norddeutschland - Nordseeinsel Strandkörbe in einer Sandburg 1.Teil
Deutschland - Norddeutschland - Nordseeinsel Strandkörbe in einer Sandburg 2.Teil

Inseln im Sande der Nordseeinseln sind die Strandburgen. Wer hier träumend auf das Heranrauschen der Flut lauscht, atmet gleichzeitig das heilsame "maritime Aerosol".

Ostfriesische Inseln - Wangerooge

Von der Mündung des Küstenflusses Harle aus fährt man etwa eine Stunde durch das Harlegatt nach Wangerooge. Es ist die einzige dieser Inseln, auf der noch Reste der friesischen Sprache zu hören sind, und es ist die einzige, die nicht zu Friesland, sondern zu Oldenburg gehört. Der im Ort gelegene Alte Leuchtturm aus rotem Backstein lohnt eine Besteigung: Von hier aus lässt sich die Insel mit Hafen, Dorf, Strand, Flugplatz und Naturschutzgebieten gut überblicken. Der neue Leuchtturm am Westende ist Seezeichen an den Schifffahrtswegen nach Wilhelmshaven und Bremen. Zwischen Anleger, Westturm und Altem Leuchtturm verkehrt die alte Inselbahn. Zu den "Fluggästen" dagegen gehören 50 Vogelarten, darunter etwa 2000 Seeschwalben, die hier brüten.

Die Zerstörungen jener anderen "Gäste", die im Krieg ihre Bomben hier abluden, sind behoben, nicht aber die Folgen einer katastrophalen Silvesterflut von 1854, die das ganze Westdorf mit allen Einrichtungen des "Großherzoglichen Bade-Etablissements" vernichtete.


Ostfriesische Inseln - Spiekeroog


Ähnliches bietet die westliche Nachbarinsel
Spiekeroog. Hier gibt es noch eine historische Sehenswürdigkeit von Rang. In der Inselkirche von 1696 werden Reste eines 1588 gestrandeten Schiffes der spanischen Armada aufbewahrt. Hierzu gehören die Kirchenglocke, zwölf eigentümliche Holzbilder, die Renaissance-Kanzel und ein Schiffspredigerstuhl. Von einem anderen Schiffsuntergang kündet ein ebenso schlichtes wie eindrucksvolles Denkmal auf dem Drinkeldoden-Karkhoff: ein alter Schiffsanker, dessen Kette um ein Kreuz geschlungen ist. Es erinnert an den Untergang des Auswandererschiffes "Johanne" im November 1854. Der Kapitän hatte das leckgeschlagene Schiff mit Auswanderern für Südamerika auf eine Sandbank gesetzt. So konnten von 215 Passagieren 136 gerettet werden. Vielleicht hätte man alle lebend bergen können, hätte es den Seenotdienst bereits gegeben, der nach dieser Katastrophe, von Spiekeroog ausgehend, überall an der Küste gegründet wurde.

Der Name Spiekeroog soll übrigens daher rühren, dass die Insel einst die Speicherinsel des Seeräubers Klaus Störtebeker und seiner Vitalienbrüder war. Die Insel ist stolz auf ihre vielen Wäldchen und auf die Obstbäume in den Gärten der Inselhäuschen.


Ostfriesische Inseln - Langeoog

Auf
Langeoog besteht eine ansehnliche Silbermöwenkolonie, die von einem staatlichen Vogelwärter betreut wird. Bis zu 10000 Brutpaare pflegen sich dort zu versammeln. Der rege Betrieb auf dem Inselflugplatz wird von ihnen nicht gestört - und er scheint auch sie nicht zu stören. Ein großer Teil der Insel wird von Dünen eingenommen.
Die Melkhörndüne ist mit ihren 21 Metern sogar die höchste Erhebung Ostfrieslands. Von hier und von dem Wasser- und Aussichtsturm zwischen Dorf und Badestrand überblickt man die Insel mit ihren vielen verlockenden Wanderwegen, dem Flugplatz und der Bahnlinie.
Eine kleine Sintflut zerteilte 1717 die Insel durch die Grote Sloop. Die Natur selbst machte den Schaden durch Dünen-Neubildungen wieder wett, so dass vor dem Ersten Weltkrieg durch einen Deich der Durchbruch wieder geschlossen werden konnte. Überhaupt gibt es wenige Gebiete in Europa, die so eindringlich die stete Wandlung der Natur vor Augen führen wie diese Inseln.
Auf Baltrum hat das Meer nicht einmal den Toten Ruhe gelassen. Sturmfluten rissen nach und nach einen Friedhof fort, der im Westen der Insel lag. Nachdem das Westende nach allen Regeln der Kunst befestigt ist, kann man dort dem Toben der "Mordsee" mit etwas mehr Ruhe vom Bett aus zuhören.


Ostfriesische Inseln - Baltrum


Baltrum ist die kleinste der ostfriesischen Inseln, fünf Kilometer lang, anderthalb breit, und Spötter sagen, der Name komme daher, dass man als Spaziergänger "bald rum" sei. Leute mit kleinen Kindern kommen gern auf diese "Dornröschen" - lnsel, auf der laute Musik ebenso verpönt ist wie Motorengeräusche, es gibt nur ein Kranken- und ein Feuerwehrauto auf der Insel, keine Inselbahn, nur hin und wieder einen Hubschrauber mit frischen Blumen und Zeitungen. Mitten im Ort hängt an einem Gerüst die Inselglocke, nach der eine Zeitschrift benannt ist.

Baltrum hat ein 60 Hektar großes Naturschutzgebiet, zu dem sogar ein winziger Wald gehört. In den Dünen leben seltene Seevögel und auch die Dünenflora ist artenreich. Modern sind die Kuranlagen, groß ist die Gastfreundschaft: Auf 500 Einwohner kommen 3000 Fremdenbetten.


Ostfriesische Inseln - Norderney


Norderney war Deutschlands erstes Heilbad an der Nordsee. Die Bauten der Sommerresidenz des Königs von Hannover (seit 1836) bilden den Kern der Kuranlagen. Schon 1797 wurde aus dem Fischerdorf eine beliebte "Nordseebadeanstalt". In mancher engen Gasse kann man sich noch gut die biedermeierlichen Pferdekutschen vorstellen. Spaziergänger können über sieben Kilometer Strandpromenade flanieren und sich in 200 Morgen Inselwald ergehen. Dabei kann man die Autostraßen meiden, und der Airport bleibt links liegen. Vom Schiffsanleger aus nach Westen bietet sich eine 25 Kilometer lange Rundwanderung an: Man passiert das Westbad, dann rechts das beheizte Meerwasser-Wellenschwimmbad, die Marienhöhe, die Georgshöhe mit der Wetterwarte. Vom Ende der Strandpromenade geht es weiter am Flutsaum entlang bis zur Weißen Düne und dann wieder südwärts bis zum Golfhotel. Der Polderweg Nr. 4 führt an einem Vogelschutzgebiet entlang. Über den Deichweg erreicht man den Segelhafen und schließlich wieder den Anleger der Fährschiffe. Wer das "Innenleben" alter insularer Fischerhäuser kennen lernen möchte, begibt sich in das Wäldchen hinter dem Kurhaus und fühlt sich so recht heimgekehrt in den Räumen des Fischerhausmuseums.

Auf Norderney herrscht nicht nur mehr Leben, sondern auch Kulturleben: Oft spielt ein regelrechtes Sinfonieorchester, und im Kurtheater oder in den Sälen des Kurhauses treten bekannte Künstler auf.
Eine lang gezogene Insel wie Langeoog oder Norderney ist auch Juist. Die nur fünfhundert Meter breite Insel wurde mehrmals von Sturmfluten, auch von der Landseite her, zerteilt, hat aber jetzt einen Deich, der solche Überraschungen verhindern soll. Vor der Südküste von Juist liegt die achte der ostfriesischen Inseln, die aber nicht mitgezählt wird, weil sie noch ziemlich neu und nur von Vögeln und einem Inselvogt nebst Gattin bewohnt ist und weil man die heilige Zahl Sieben nicht fallenlassen möchte: Memmert. Der Inselvogt regiert über etwa 28 Vogelarten von der Silbermöwe (7000 Paare) bis zu den Austernfischern (200 Paare).



Ostfriesische Inseln - Norderney

Aber auch auf Juist
gibt es ein weites Naturschutzgebiet, die Bill, und einen Binnensee, den Hammersee, der 1800 Meter lang ist und leider viel Treibsand "schlucken" muss. Im Ortsteil Loog steht das Küstenmuseum, das einen Einblick gewährt in die Seefahrt auf der Nordsee früher und heute und in die Entwicklung des Seenot-Rettungsdienstes. Die Geschichte der Insel Juist lässt sich bis zum 14. Jahrhundert zurückverfolgen.
Ein Hafen wie in Norderney konnte hier nicht angelegt werden: Der Anleger für die Schiffe aus Norddeich wurde weit in das Watt hinaus gebaut.



Ostfriesische Inseln - Borkum


Ein letzter "Inselhüpfer", und man ist auf Borkum, der größten dieser Inseln, angelangt. Übrigens haben die Inseln selbst einen ausgesprochenen Wandertrieb: Borkum beispielsweise wurde in zweieinhalb Jahrhunderten um zweieinhalb Kilometer nach Osten verschoben. (Umgekehrt wäre es schwieriger-. Man müsste Borkum dann bald zu Holland rechnen.) Auch das gehört zur Geschichte dieser Inseln: Lange Listen im Niedersächsischen Staatsarchiv zu Aurich verzeichnen die hier gestrandeten Schiffe. Bei Borkum allein waren es von 1627 bis 1893 ganze fünfzig. Darunter war 1702 die von Bordeaux kommende "Katharina", von der 323 Fässer Wein auf Borkum und Juist zu trieben.

Der Alte Leuchtturm (1576) war bis zum 17. Jahrhundert Seezeichen für Emden und Holland, der "neue" entstand 1879. Im 18. Jahrhundert brachte der Walfang der Insel Bedeutung und Wohlstand. Der heutige Aufschwung begann aber erst im Jahre 1846, als Borkum ein beliebtes Seebad wurde. Wer sich für die Zeugnisse aus dieser bewegten Vergangenheit interessiert, darf das Heimatmuseum auf der Insel mit seinen hauskundlichen und naturwissenschaftlichen Sammlungen nicht versäumen.
Auf Borkum kann man auch Marinesoldaten in ihren schmucken Uniformen flanieren sehen: Borkum ist eine rder größten deutschen Marine-Stützpunkte. Der Flugplatz ist auch für Start und Landung größerer Maschinen eingerichtet.

Borkums alte Inselbahn steht sozusagen unter Denkmalschutz, seine Dünenlandschaften Greune Stee und Waterdelle unter Naturschutz. Die Rückfahrt zum Festland nach Emden ist zwar verhältnismäßig lang (über zwei Stunden), aber niemals langweilig. Auf gleichem oder Gegenkurs bevölkern zahlreiche Schiffe das Mündungsgebiet der Ems, diesen "Fjord" zwischen Holland und Deutschland. Fast alle Typen von Handelsschiffen kann man unterwegs studieren.


Ostfriesische Inseln Fischerhafen Varel am Jadebusen Fischerboot

Im Fischerhafen Varel am Jadebusen wurde dieses schmucke Fischerboot aufgenommen - kein Museumsstück, sondern immer noch im Einsatz im Kampf um das tägliche "Brot" aus dem Meer.


zurück zur Übersicht " Reiseberichte"

zurück zur Startseite " Freizeit München Tipp"

nach oben

Homepage | Freizeit | Ausflugsziele | Theater | Veranstaltung | Wellness | Reisetipps | TIPPS | Einkaufstipps | Impressum | Sitemap


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü